Mittwoch, 24. September 2008

ein bild


das ist einfach zu schön...

jamaica gibt gas

derweil die spd davon träumt, den rolle koch abzulösen, scheint dieser sich mit den grünen immer grüner zu werden. nach dem sparkassengesetz, stimmten nun schon wieder cdu und grüne gemeinsam ein gesetz ab (die fdp enthielt sich, spd und linke stimmten dagegen).

wenn man auf der einen seite hört, wie sich grüne über ypsilantis kurs mockieren und auf der anderen seite sieht, wie im landtag cdu und grüne gemeinsame sache machen, muss man sich schon fragen, wie eine rot-grüne koalition zustande kommen soll.

sobald die spd die beschäftigung mit sich selbst beendet hat (laut zeitplan am 4.10.), kann dann auch mal über inhalte gesprochen werden. und bis dahin finden sich sicher weitere projekte, die mit der jamaicamehrheit angestossen werden.

klar, die grünen wollen den preis hochtreiben, das kann man verstehen, und sie tun das sehr öffentlichkeitswirksam. dabei ist es alles andere als klar, ob es überhaupt zum schwur kommt. zu weit ist man bei entscheidenden fragen auseinander, und den grünen scheint auch das hibbelige ypsilantichen mit ihren unbedachten schnellschüssen und verbalen bauernweisheiten im hessischen lokalkolorit doch arg auf die nerven zu gehen.

achja, die nächste hürde steht übrigens am dienstag an, dann führen die fraktionen probeabstimmungen durch. und da wird schon kolportiert: ein abweichler und der versuch wird abgeblasen.

im sinne aller sensastionslüsternen beobachter wünsche ich der ypsilanti bei den probeabstimmungen 100% der stimmen. abweichler wünsche ich mir erst, wenn es wirklich ernst wird.

niemand wünscht dem hürdenläufer, dass er über die hürden stolpert, wenn im ziel eine fette mauer auf ihn wartet :)

täterpartei

"vier schweine und ein(e) metzger"

die grünen treffen sich, um eine mögliche rot-grün-rote zusammenarbeit zu diskutieren.

nun könnte man meinen, dass die sache klar wie klosbrühe sei, die grünen wollen den wechsel in der staatskanzlei, keine frage. aber der preis, ja der preis, der scheint einigen an der basis dann doch zu hoch zu sein?

neben einigen granden der hessischen grünenpartei, darunter der ehemalige frankfurter kämmerer und heutige un-berater tom königs, bezweifeln auch viele vertreter der basis die sinnhaftigkeit dieser zusammenarbeit, die nicht nur inhaltlich schwierig werden dürfte, sondern eben auch generell kein modelll für die zukunft sein kann. dass die geplante zusammenarbeit von dauer, also mehr als ein paar wochen, sein könnte, das glaubt bei den grünen offenbar niemand mehr. darüber hinaus sei dies ein "speaktakulärer wählerbetrug", äussert einer, mithin wünscht man sich, so ein anderer, sofortige neuwahlen.

wie bitte? ja, natürlich, man passe nicht zur linkspartei, schliesslich seien die grünen eine "opferpartei", opfer des sed-unrechts, während die linkspartei ja wohl eindeutig die "sed-täterpartei" sei, die noch immer in den alten strukturen denke und handele, wie der verweis auf die linksfraktion in sachsen belegen soll.

Dienstag, 23. September 2008

die mauer muss weg, die mauer muss weg

nach dem "anti-faschistischen" äh "schutzwall", hat es nun den eher kapitalistischen Wall in der gleichnamigen strasse in new york erwischt.

als ich vor jahren noch als "unternehmensnaher" dienstleister im umfeld der lehmans, goldmans und anderer brokerhäuser tätig war und dort auch mit den themen "structured products" und "alternative investments" in berührung kam, wunderte es mich doch, wie das auf lange sicht funktonieren kann. meine gesprächspartner, allesamt manager und spezialisten aus diesem bereich, waren interessanterweise nicht in der lage, meine frage zu "deferred risks" zu beantworten. das kam mir damals komisch vor.

heute ist die antwort klar: es funktioniert nicht, jedenfalls nicht "long-term"-mässig. das hätte - zumindest sematischerseits - allerdings auch schon 1998 klar sein müssen, als der hedge fond LTCM (long term capital management) mal eben 4 milliarden $$ in den sand setzte und gestützt werden musste, weil man eine kettenreaktion befürchten musste.

Montag, 22. September 2008

noch ein wort zu den sog. regionalkonferenzen

diese von der öffentlich abgeschirmten "treffen" dienten eigentlich nur dazu, dem fussvolk sein sportpalast-gefühl zu geben. das dürfte dem einvernehmen nach auch geklappt haben. auch wenn "95% zustimmung" in wiesbaden auf jeden fall nicht reichen werden, da braucht sie schon 100%.

wer kommt denn zu solchen "regionalkonferenzen"? im nordhessischen melsungen, das über 1 million nordhessen repräsentiert, waren es gerade mal 500. die lassen sich leicht kontrollieren. und keine presse erlaubt, naja. wer kritik üben will, wird da sicher nicht hingehen, es sei denn er sucht ärger. aber ärger ohne presse? uninteressant.

also alles firlefanz. nicht für unsere apfelkönigin, für die das alles inszeniert wurde:

Nach der Konferenz sagte Andrea Ypsilanti zu ihrem neuerlichen Versuch einer Regierungsbildung mit den Grünen unter Einbeziehung der Linkspartei: "Es gibt so viele positive Rückmeldungen und so wenige kritische Stimmen, dass wir es unbedingt versuchen sollten. Ich bin mir heute Abend sicher, dass die ganz große Mehrheit hinter mir steht."

aber neben den konferenzen im pjöngjang-style für die geliebte führerin, sollte diese auch auf das hören, was so am rande gesagt wird, z.b. in der presse:

Zuvor hatten mehrere nordhessische Kommunalpolitiker die Sorge geäußert, dass eine Beteiligung der Grünen und der Linkspartei die Infrastrukturprojekte in Nordhessen gefährden könnten. "Die A44 steht nicht zur Disposition", hatte der Bürgermeister von Hessisch Lichtenau, Jürgen Herwig (SPD), der als Verfechter der Autobahn von Kassel nach Eisenach gilt, gesagt. Kassels Oberbürgermeister Betram Hilgen (SPD) hatte betont, dass der Ausbau des Kasseler Flugplatzes Calden zu einem Regionalflughafen kommen müsse.
Nordhessens SPD-Chef Manfred Schaub sagte, es sei vereinbart worden, dass bei den politischen Gesprächen in Wiesbaden "das besondere Augenmerk" auf den nordhessischen Infrastrukturprojekten liegen werde.

hmm, aber all das wird es mit den grünen nicht geben.

die taz berichtet:

Die Basis der Grünen in den betroffenen Regionen schäumt. Man werde doch keine Grundsatzpositionen der Partei revidieren, "nur weil der Tarik [Al-Wazir] in Wiesbaden Minister werden will", sagte etwa die frühere Landtagsabgeordnete Maria Marx.
Unmut bei den hessischen Grünen erregt allerdings nicht nur die Flughafenpolitik. So warnt Eveline Schönhut-Keil ihre Partei nachdrücklich vor einem Bündnis mit SPD und Linkspartei: "Den Grünen ist zurzeit die Rolle des billigen Steigbügelhalters zugedacht, danach die des Spielverderbers".


also, das klingt so, als seien die grünen gar nicht so wild drauf, da mitzumachen. dementsprechend werden auch sie keinen fussbreit von ihren positionen weichen. und dazu gehört auch: umweltministerium. darunter geht nix. damit muss dann der designierte superminister für umwelt und wirtschaft, hermann scheer, zurückstehen, denn obendrein wird der walter wirtschaftsminister. den wiederum zu wählen, bereitet der linkspartei körperliche schmerzen.

es bleibt also dabei: frankfurt wird ausgebaut, sonst rebellieren die netzwerker, die nordhessischen infrastrukturprojekte werden vorangetrieben und die grünen sollen gefälligst da mitmachen, das ist eben der preis für den koch.

autobahnen

und inzwischen merken auch die beteiligten: "ups, ganz so einfach wirds dann doch nicht..."

das haben doch die grünen am wochenende wieder deutlich gemacht: "rheinmain und calden ausbauen geht gar nicht. und die A44, also bitte, autbahnen = hitler!"

aber genau das wollen die sozialdemokraten (nicht hitler, nur die autobahnen und die flughäfen).

es kommt also der quadratur eines kreises gleich, die interessen der koalitionspartner unter einen hut zu bringen. und da sind die interessen der linkspartei noch gar nicht berücksichtigt, wobei diese zu vernachlässigen sind, denn hier geht es um kochs skalp - und der ist allemal wertvoller als alle inhaltlichen bedingungen oder wünsche.

am meisten werden sich also linkspartei und ypsilanti selbst verbiegen müssen, erstere aber nur genau bis zu dem zeitpunkt der ministerpräsidenten wahl, für letztere hingegen wird es ein dauerzustand werden, wobei ihr das fehlende rückgrat natürlich ganz gut ins konzept passt.

man darf also gespannt sein, wie dieser spagat gemeistert werden wird.

PS: eines immerhin hat ypsilanti schon geschafft - allein ihr name ist synonym für unehrlichkeit und machtgier geworden. so nennt ein wahlkämpfer im saarland seinen herausforderer, heiko maas, nur noch "heiko ypsilanti".

achja, auch ein zweites wichtiges thema wurde vorangetrieben: der kampf gegen das internet.

Donnerstag, 18. September 2008

der gag geht in den vierten tag

die ard weigert sich hartnäckig zur kenntnis zu nehmen, dass die lehman brothers "lee-man" und nicht "lay-man" ausgesprochen werden. seit 4 tagen. ultra-konsequent.

montag in den nachrichten: "lay-man" bla bla.
ok, die redakteure haben offenbar den namen noch nie zuvor gehört, also schwamm drüber, sie werden es irgendwann merken und korrigieren.

dienstag, live-"schalte" an die börse.
moderator: was ist mit den lay-main brassas?
parkett-reporter: äh, LEE-man, also lehman brothers sieht nich so gut aus...

mittwoch, plasberg diskutiert und merkt, dass alle seine gäste "lee-man" sagen. verunsichert fragt er nochmal nach, denn er weiss: in allen eingespielten beiträgen sagt die ard-stimme"layman". film ab. er schämt sich sichtlich.

donnerstag, nachrichten: wieder und immer nur "lay-man" hier, "lay-man" da, einspielung o-ton finanzminister: "lee-man" dies und "lee-man" das.

wie lange wollen die das durchhalten? oder sind die so blöd und merken es ist?