Montag, 6. Oktober 2008

gespräche mit den grünen

das eigentliche jubelperserblatt der geplanten linksfront regierung in hessen gibt sich kritisch bis pessimistisch:

Nichts hasst Tarek Al-Wazir in der Politik mehr als Unprofessionalität. Deutlich war dem hessischen Grünen im Frühjahr anzusehen, wie ihn die SPD quälte - mit einem desaströsen Polit-Management.

Noch bevor am morgigen Dienstag die Koalitionsverhandlungen beginnen, gibt es Streit über den Umgang mit der Linkspartei. Über die Gespräche mit dem Tolerierungspartner soll nach Wunsch der SPD nichts nach Außen dringen. Mit aller Macht versuchen Sozialdemokraten, Ort und Zeit dieser Treffen zu verheimlichen - was die Grünen wieder ächzen lässt. Al-Wazir weiß genau, dass dadurch das öffentliche Interesse am Linksbündnis nur angeheizt wird. Doch ob er es schafft, den Seniorpartner zu mehr Offenheit zu bewegen?

In der sogenannten Schlangenbader Erklärung, die den Fahrplan zur Regierungsübernahme beschreibt, haben die Grünen klare Vorgaben an die Linkspartei formuliert. Es reiche nicht aus, wenn sich die sechs Linken-Abgeordneten lediglich bereit erklären würden, Ypsilanti und ihr Kabinett zu wählen. Stattdessen müssten sie die Bereitschaft dokumentieren, dem rot-grünen Haushalt zuzustimmen und auslaufende Gesetze zu verlängern.

Der entsprechende Anforderungskatalog soll der Linkspartei angeblich schon vorliegen. Doch deren Sprecher Achim Kessler weist Berichte der "Welt" zurück, es gebe bereits eine feste Vereinbarung. "Heute Abend diskutieren wir im Landesrat, ob wir darüber eventuell einen Mitgliederentscheid machen." Sollte dies der Fall sein, könnte es durchaus Ärger geben. Denn die linke Basis steht der Tolerierung wesentlich kritischer gegenüber als Fraktion und Landesvorstand.

Zwar ist etwa bei dem anstehenden Parteitag am Samstag in Friedberg nicht zu erwarten, dass die hessischen Linken Ypsilantis Pläne torpedieren. Doch gerade die von der SPD-Rechten am Samstag geforderte "Unverzichtbarkeit" der Infrastrukturmaßnahmen dürfte Widerspruch auslösen. Weder der Ausbau der Autobahnen A44 und A49 noch die Flughäfen-Vorhaben Frankfurt und Kassel-Calden scheinen für die Linkspartei-Anhänger tolerierbar zu sein.

Eben darum will Ypsilanti die Gespräche so tief hängen, wie es irgend geht. Doch diese Taktik ist riskant. Schließlich hat die Linkspartei kein Interesse, sich brav an ein wie auch immer geartetes Geheimhaltungsabkommen zu halten. Stattdessen dürften sie, allen voran Fraktionsvize Janine Wissler, die eigenen Einflussmöglichkeiten offen zur Schau stellen.

Al-Wazir bemüht er sich nun, die Gespräche mit den Linken zu enttabuisieren. Lange vor Ypsilanti nahm er im Frühjahr Kontakt zu den ungeliebten Neulingen auf und lotete ihre Kompromissfähigkeit aus. Heute spricht er offen darüber, er werde sämtliche Reaktionen genau beobachten. Sicher sei er sich der Zuverlässigkeit der Linken keineswegs.

dabei ist das alles eh egal, weil es zu diesem zeitpunkt als ausgeschlossen gilt, dass Y. die stimmen ihrer innenpolitischen gegner bekommt, denn diese wissen selbst nur zu genau, was sie WERT sind, wenn eine regierung erstmal installiert ist. nämlich nix! "Ihr könnt gehen, haut ab, ihr querulanten..."

erstaunlich zurückhaltend gibt sich - laut springerpresse - derzeit besonders der "realo" bei den sozis, jürgen walter:

Am Freitagabend, der Landesvorstand hatte gerade in Rekordzeit den Leitantrag verabschiedet, saß die SPD-Spitze noch einträchtig beim Abendessen zusammen. Nur einer fehlte: „Ich mag das Essen dort nicht“, murmelte Walter, über seinen Teller in der Weinstube gebeugt.

Beim Schlussbild spielen sie den Wahlkampfsong „Die Zeit ist reif.“ In all dem Jubel um eine strahlende Andrea Ypsilanti glänzt nur einer durch Abwesenheit: Jürgen Walter.


klar, da ist viel wunschdenken mit drin, dennoch wären die potentiellen Y. nachfolger mit dem klammerbeutel gepudert, wenn sie für ihre cheffin stimmen würden, da sie danach mit an sicherheit grenzender wahrscheinlichkeit der koalitionsräson und dem tolerierungspartner GEOPFERT würden. wenn also die grünen alle kröten schlucken (um roland koch endlich loszuwerden), dann ruhen die hoffnungen der demokraten tatsächlich nur noch auf jürgen walter und seine gang (die übrigens 20 der 42 abgeordenten stellt)...

Donnerstag, 2. Oktober 2008

jetzt gehts lohoos

der beste o-ton vom dientsag kam - mal wieder - vom grünen chef tarek al-wazir, der nach den erfolgreichen probeabstimmungen folgendes ins mikrofon meines präferierten radiosenders sprach: "das war der erste kleine schritt, jetzt können wir uns endlich um die inhalte kümmern" (betonung im orginal).

zur erinnerung: die wahl liegt nunmehr 9 monate zurück. in diesen neun monaten waren die beteiligten ganz offensichtlich nicht in der lage, sich über mehr als nur formale bedingungen auszutauschen. das finde ich - gelinde gesagt - unprofessionell, und es passt zum gesamten auftritt der möchtegern-prinzessin. die hat übrigens auch einen o-ton geliefert: "die verhandlungen werden schwer, wir geben uns da keinen großen hoffnungen hin".

äh, wie bitte? keine großen hoffnungen? auf was hofft man denn? dass man im zweiten schritt einen koalitionsvertrag zustande bekommt? das wäre ja wohl das mindeste! und dieser vertrag muss dann von der linkspartei schriftlich abgenickt werden, nach einer mitgliederbefragung.

derweil scheint die sorge um den zweiten schritt nicht ganz unbegründet, denn den kollegen im hessischen norden dünkt es, dass man ihre interessen wohl als erste opfern wird. also wird die unterschriftensammlung präsentiert. auch der arbeitslose an und für sich ist für den ausbau des kasseler flughafens, erhofft er sich doch - angespornt von der spd - endlich einen arbeitsplatz.

aber nicht nur die tränendrüsen-stimulierende unterschicht wird mediengerecht platziert, auch die hohe managergilde wird aufgefahren. ok, davon gibt es in kassel nicht so viel, eigentlich ist nur die wintershall ein global player, der seine zentrale in kassel hat. also kann man bei dem gestrigen vorgang guten mutes behaupten: 100% der großunternehmen unterstützen den wunsch der spd (bzw. eines teils davon), den flughafen und andere infrastrukturprojekte voranzutreiben.

platziert wurde der wintershall chef zwitserloot übrigens direkt von den nordhessischen spd kollegen um den kasseler OB.

"Wir können hier nicht alles aufgeben für politische Kompromisse. Für manche Dinge gibt es einfach keine politischen Kompromisse." In der Diskussion über den Ausbau des Flughafens Kassel-Calden meldete sich am Dienstag Reinier Zwitserloot, Vorstandsvorsitzender der Wintershall AG, zu Wort.

Und er tat es mit Vehemenz. Seine Forderung: Calden muss wie geplant ausgebaut werden. "Ich erwarte Vernunft von Wiesbaden", sagte der Chef des größten deutschen Erdöl- und Erdgasproduzenten, der seinen Sitz in Kassel hat.

Zu einem attraktiven Standort für international agierende Unternehmen gehöre selbstverständlich ein Flughafen, "von dem aus die internationalen Märkte schnell und direkt erreicht werden können". Er selbst nutze den Flughafen Calden mindestens einmal in der Woche, so Zwitserloot. Ohne die Start- und Landemöglichkeit für die Jets des Wintershall-Mutterkonzerns BASF "könnte ich meinen Job nicht machen"."

soll heissen: wenn ihr politiker nicht ausbaut, bauen wir ab. und zwar jobs und am end eben die ganze firma. nein, das sei keine drohung, man wolle nur ein bischen druck machen.

Bekenntnis zu Ausbauplänen
Die Parlamente von Stadt und Keis Kassel haben am Montag noch einmal ein Bekenntnis zum Flughafenausbau abgelegt. In Kassel votierten SPD, CDU, FDP und FWG für die Änderung des Gesellschaftsvertrages der Flughafen-GmbH. Dieser sieht geringere Investitionen und Risiken auf kommunaler Seite vor. Der Kreistag bekräftigte in einer Sondersitzung mit den Stimmen von SPD, CDU und FDP seine früheren Beschlüsse zum Ausbau. (ket/tom)

Millionen fließen in die Stadtkasse
Wintershall zählt zu den größten Gewerbesteuerzahlern in Kassel. Dem Vernehmen nach überweist der Erdöl- und Erdgasproduzent in diesem Jahr einen Betrag in mittlerer zweistelliger Millionenhöhe an die Stadt. Die BASF-Tochter erzielte 2007 einen Umsatz von 10,5 Milliarden Euro. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern betrug drei Milliarden Euro. Das Unternehmen beschäftigt 1840 Mitarbeiter, davon 650 in Kassel. (ket)



na dann, man darf gespannt sein, ob die grünen gleich zwei fliegende kröten zu schlucken bereit sind...

Mittwoch, 1. Oktober 2008

konkret gutem englisch mit das morgenmagazin, lesson 2

nachdem wir von der ard gelernt haben, dass die (nun nicht mehr) in den schlagzeilen stehende bank namens lehman brothers ja eigentlich "layman prassas" pronounciert wird, lernen wir nun in der zweiten lektion, dass man "real" auch bestens als "rail" aussprechen kann, denn nur dann wird klar, dass die "hypo rail estate" eigentlich gar kein immobilienfinanzierer ist (real estate: als italiener weiss man, dass "estate" im italienischen "sommer" heisst - womit der bogen nur schwer ins immobiliengeschäft geschlagen werden kann), sondern in wirklichkeit ein zug auf dem weg in die hölle ist, denn der kapitalismus, dass wissen auch die kapazitäten der ard am frühen morgen, führt unweigerlich, quasi auf schienen, in den abgrund von ausbeutung und unfreiheit, also in die hölle.

und deshalb bleibt der minderbemittelte moderator knallhart dabei: die "hypo rail estate".

witzig witzig, und auch interpretationsbedürftiger als der scherz mit den laien-brüdern und damit natürlich semantisch hochwertiger!

eay main! wann wird mal wieder real estate?

Dienstag, 30. September 2008

gastbeitrag

gonzbert meint:

Sie ist beseelt von der Aufgabe, Hessen zu retten - wo eigentlich nur eines zu retten wäre: nämlich die Zukunft der SPD in Hessen.

Die ist nämlich die einzige, die hier zur Disposition steht. Hessen geht es auch mit Koch nicht schlecht (sogar besser als zu rot-grünen Zeiten).

Irgendwie glaubt sie sich auf einer divinen Mission, sozusagen auserkoren von der Vorsehung (hatten wir schonmal!), den Hessen eine Politik angedeihen zu lassen, die diese mehrheitlich gar nicht wollen (70% sind dagegen). Das ficht sie aber nicht an: wo eben noch der vermeintliche "Wählerwille" herangezogen wurde musste, ist es nun die göttlich-soziale Vorsehung - und da die Hessen an sich mehrheitlich eben dumm sind (sonst würden sie das Experiment nicht ablehnen) und eben auch bäuerlich determiniert sind (was der Bauer net kennt, frisst er net), muss man sie eben "mit taten" überzeugen wo man es doch ehesten durch "unterlassung" tun könnte.

Als Hesse kann ich nur hoffen, dass es nicht so weit kommen wird, denn erstens KANN eine solche 70er Jahre Gewerkschaftspolitik nicht erfolgreich sein, und zweitens: selbst wenn sie es wäre: die betrogenen Hessen würden sie nicht wiederwählen, selbst wenn sie vergoldetes Manna vom Himmel regnen liesse.

Diese Frau braucht sich nur noch einer Wahl zu stellen, und zwar im Parlament, wo keine Bürger abstimmen dürfen. Sobald der Bürger wieder darf, wird er wieder Koch wählen, weil der wenigstens nicht ein so dreister Betrüger ist (HaHa, wer hätte das gedacht, dass es in He. noch dreistere Betrüger als den Koch gibt).

+++ live ticker aus wiesbaden +++ live ticker aus wiesbaden +++

+++ live ticker aus wiesbaden +++

11.55: verehrte leser, wir melden uns hier live und direkt vom fraktions-sitzungssaal der hessischen spd im wiesbadener landtag, wo unser maulwurf bruno die strengstens geheimen probeabstimmungen verfolgt.

+++ live ticker aus wiesbaden +++

11.59: soeben wird gemeldet, dass die stabilste fraktion, die der linkspartei, mit 6 zu 0 stimmen für ypsilanti gestimmt hat. das war zu erwarten und erwartungsgemäss ging es hier am schnellsten. keine folterwerkzeuge, keine one2one gespräche, kein einpeitscher und keine sonderbriefings sind hier notwendig. wie damals bei den ddr-wahlen. das ergebnis steht schon vorher fest, insofern steht die linkspartei als feld in der brandung und kann somit als extrem zuverlässig tituliert werden. an ihr wird es Y. net scheidern...

+++ live ticker aus wiesbaden +++

12.05: die grünen propagieren ein interessantes experiment. man erwarte 56+x stimmen. hmm, 57 sitze hat man, eine wird dagegen stimmen (metzger), ergo bleiben 56 stimmen. woher das "x" kommen soll, ist demnach schleierhaft, denn cdu und fdp haben keine probeabstimmungen vorgesehen, damit es spannend bleibt. unser bruno macht sich sofort auf den weg, um bei den grünen mal nachzufragen, was mit dem "x" gemeint ist.

+++ live ticker aus wiesbaden +++

12.20: bruno bestätig die genannten zahlen seitens der grünen. die sind natürlich unsinnig, zielen aber wohl auf die linkspartei, die mit ihren 6 sitzen ja vielleicht 8 stimmen beisteuern kann, man erinnere sich nur an die nichtwahl von rainer barzel annodazumal, als die stasi zwei ablehnende stimmen beisteuern konnte.

+++ live ticker aus wiesbaden +++

12.25: aus dem spd fraktionsbüro wird gemeldet, dass es hoch her geht. offenbar ist die erste probeabstimmung nicht erwartungsgemäss verlaufen, insofern wird jetzt mit einer verzögerung gerechnet. vor 13.30 wird es keine ergebnisse geben. die grünen werden um 13.00 uhr ergebnisse präsentieren.

+++ live ticker aus wiesbaden +++

12.30: unser reporter bruno hat einen stimmzettel ergattern können. hoffentlich sind die nicht abgezählt, denn sonst wird es knapp...


+++ live ticker aus wiesbaden +++

13.00: hmpf, alles glatt gelaufen für die ypsilanti. is auch besser so, so bleibt uns das schauspiel noch etwas erhalten.

Freitag, 26. September 2008

"schiesswütige schreibtischtäter"

der willi von den kommunisten sorgt mal wieder für einen eklat in landtag, und bei der spd und insbesondere bei den grünen fragt man sich: sind die eigentlich noch tragbar?

unabhängig davon, dass die verlierer im kampf der systeme natürlich aufgrund der vielen toten und unterdrückten und eingesperrten im namen des real existierenden sozialimus irgendwie enttäuscht sind (im wahrsten sinne des wortes!), ist der begriff "schiesswütiger schreibtischtäter" natürlich unsinn, denn ein "schreibtischtäter" schiesst selten im büro rum.

der umgang der kommunisten mit der deutschen sprache war schon immer gezeichnet von unzulänglichkeiten, brutalität und linguistischem unwissen.

den zitierte ausspruch ist natürlich nicht nur inhaltlich dämlich (die bundeswehreinsätze werden nicht in hessen abgestimmt), er ist auch eine semantische idiotie, da sich hauptwort und adjektiv semantisch ausschliessen.

allein für die vergewaltigung der sprache gehört den kommunisten auf die finger geklopft.

setzen, glatte 6!

Donnerstag, 25. September 2008

Eine eschte Rochmond

wer gelegentlich mal nach netten ührchen ausschau hält, mit denen man seine profanen handgelenke aufwerten kann, der stösst desöfteren auf phantasievolle "marken"-namen.

und bevor ich den gut informierten kenner, herrn GP, mit einer frage zu stellung und wertigkeit einer marke befrage, schaue ich erstmal selber nach, damit es am ende nicht allzu peinlich wird.

also, bei ebay gibt es eine eschte rochmont. rochmont? richemond sagt mir was, ein luxusgüterkonzern (panerai gehört dazu)? also ein schreibfehler?

nicht ganz: bei der suche in einschlägigen foren wurde darauf hingewiesen, dass es sich um die chinesische schreibweise von richemond handeln muss.

auch ein bild der schwestermarke "arschbombe, since 1345"wurde gezeigt, hier das bild:



mehr lustige "marken"-namen finden sich hier.