Mittwoch, 29. Januar 2014
15 milliarden
15 milliarden dollar bietet putin für die ukraine (in form eines kredites), um sie auf seine seite zu ziehen.
15 milliarden dürfte den iran der krieg in syrien (und bald auch im libanon) kosten.
wie nun diese iranische investition in die "stabilität" der selbsternannten "achse des widerstandes" (hizbollah, syrien, iran) über umwege in putins schatulle landet, ist bestechend einfach:
die russen liefern waffen an syrien auf pump (seit 2011 mehrere milliarden dollar für panzer, flugzeuge, hubschrauber, mittelstreckenraketen, artillerie, mörser, sprengstoff, gewehre, munition, giftgas und was man noch so alles braucht, um das system assad an der macht zu halten, z.b. treibstoff, ersatzteile, reparaturen, funkgeräte, etc.).
nun zahlt syrien zurück, milliarde für milliarde, und zwar mit geld, das man sich in teheran geliehen hat und dank höherer kreditlinien leihen wird. inzwischen schuldet syrien den mullahs rund 7 milliarden dollar, tendenz steigend. und dieser krieg ist nicht billig.
und wo hat nun der iran den ganzen schotter her? der iran hat gerade ein paar milliarden aus den usa bekommen, gelder, die eingefrorern waren (ca. 8 milliarden) und dank des sensationellen atomdeals auf probe (6 monate) nun ganz ohne probezeit freigegeben wurden. dazu aus dem gleichen deal nochmal 7 milliarden für sanktionslockerungen (verkauf von öl und gold). ziemlich genau 15 mrd.
15 milliarden, mit denen nun putin die ukraine einkauft...
Dienstag, 17. September 2013
hier mal ein beispiel für die aktuelle medienmanipulation im syrienkonflikt:
zum giftgasangriff vom 21.8. schreibt die "renommierte" journalistin dale gavlak (u.a. BBC, AP), dass ein rebell ihr gesagt habe, dass es die rebellen gewesen seien, mit giftgas aus saudi arabien. das kriege ich in diskussionen immer wieder vorgesetzt, es gibt nicht wenige, die fest daran glauben.
hier nun die fakten:
erstens: frau gavlak hat hier weder für AP, noch für die BBC berichtet, sondern für eine dubiose zeitung namens "mint". eine neugründung (die spuren der finanzierer verlieren sich im südlibanon, wo die hizbollah beheimatet ist).
zweitens: die aussage, die saudis hätten giftgas geliefert, stammt vom hörensagen. wenn man sich den artikel der dame durchliest, stösst man auf einen angeblichen vater eines angeblichen rebellen, der dies gesagt haben will. kurz: es gibt keinen präsentable quelle dafür. nicht mal im ansatz.
drittens: die story, dass im tunnel das giftgas freigesetzt wurde (unfall, explosion) ist leicht zu widerlegen, denn sarin ist schwerer als luft und sinkt deshalb nach unten. in einem tunnel kann es nicht nach oben an die oberfläche. und wie wahrscheinlich ist es, dass sich dieser unmögliche vorgang gleich mehrfach und zeitgleich an verschiedenen stellen der stadt ereignet? es ist also offenkundiger unsinn (und auch noch echt dämlich!).
viertens: als ich den artikel von dal gavlak raussuchen wollte, stosse ich auf das hier: "Dale Gavlak assisted in the research and writing process of this article, but was not on the ground in Syria. Reporter Yahya Ababneh, whom the report was written in collaboration with, was the correspondent on the ground in Ghouta"
die dale gavlak war also gar nicht in syrien, sie hat auch nicht mit "den rebellen" gesprochen, auch nicht mit dem "vater eines rebellen" und schon gar nicht hat sie ein "geständnis" in der hand, wie es in den überschriften hiess. sie hat es von einer "kollegin", die in ihrem namen schreibt.
während also "bürgerjournalisten" ihr leben aufs spiel setzen, um von diesem krieg zu berichten und deren bilder immer als "unbestätigt" delegitimiert werden, stürzt sich die meute auf eine hanebüchene story, die eine sesselfurzerin in london beim tee für sich schreiben lässt - mutmasslich von einer "journalistin" im dienste des syrischen informationsminiteriums.
nachtrag:
inzwischen ist noch mehr in diesem fall bekannt geworden, nachzulesen im blog von brown moses, der grundsätzlich empfehlenswert ist!
Freitag, 14. Juni 2013
zu spät, obama, zu spät...
dabei *mussten* die doch glauben, dass die zur flügellosen friedenstaube mutierten usa nix tun würden. seit 18 monaten weiss man nun, dass assad mit hilfe iranischer aufstandsbekämpfungsexperten (teheran 2009 "veteranen") "kampfgase" eingesetzt hat, also chemische waffen in geringerer konzentration, gemixt mit tränengas und anderem. nix ist passiert, trotz roter linien.
"rote linien", was hamwa gelacht.
naja, nicht alle. 150 giftgastote und unzählige verletzte - die videos gibts bei youtube - haben nicht gelacht. auch die unzähligen folteropfer (dürfte in die hunderttausende gehen) ham nix lachen.
2 jahre zugucken, wie aus einem völlig legitimen volksaufstand ein verbiesterter bürgerkrieg wird, war nicht gerade sehr schlau. und das hier ist nicht ruanda oder darfur, das ist auch nicht bosnien, es ist laut UN der brutalste konflikt/krieg seit dem 2. weltkrieg (mit den meisten und übelsten kriegsverbrechen - zumeist begangen vom regime).
spätestens mit der intervention von hizbollah (die der al kaida in nichts nachsteht, im gegenteil sogar besser ausgerüstet und organisiert ist und deutlich mehr terrorangriffe auf westliche, weiche ziele auf dem konto hat), mit der "partei gottes" (welch anmassung!) also, wird dies nun wohl zu einem überregionalen religionskrieg. übrigens auf befehl der iranischen machthaber. die hizbollah zahlt jetzt in syrien den preis für den iranischen wiederaufbau nach dem sog. "göttlichen sieg" 2006.
es ist also möglich, dass es nun zu einem vollständigen krieg zwischen schiiten und sunniten kommen wird, der nicht nur in syrien ausgefochten werden wird, sondern die ganze region verheeren koennte wie einst der 30 jährige krieg hierzulande.
aber vielleicht wollen wir noch ein bischen länger zuschauen, damit die mullahs ihre göttliche atombombe fertig stellen können. noch ein bischen warten und auch die saudis werden sie haben. und die golfstaaten. und die hizbollah, oder das, was von ihr übrig geblieben ist, wenn die erstmal 1-2 jahre in syrien kämpfen und sterben mussten (200 allein in al quasyr). wenn wir also noch ein bischen zuschauen, könnten wir dort unten vielleicht sogar den ersten richtigen atomkrieg der menschheitsgeschichte erleben. aber das ist nur spekulation und wir werden sehen, wie es ausgeht, wir gucken schliesslich zu.
aber vielleicht tut sich etwas, aber wie einige meinen, zu spät...
Donnerstag, 13. Dezember 2012
syriens agonie
sie zeigt die wirklichkeit, zumindest einen großen teil davon. die journalisten haben ihr leben aufs spiel gesetzt, um zu berichten, was im syrien derzeit wirklich passiert. das ist ihr job. und das syrische regime versucht das zu verhindern (ähnlich verfährt auch das iranische regime, das "bild" reporter in den knast steckt, weil diese einen anwalt interviewen. der anwalt wurde übrigens übelst gefoltert und für sein ungenehmigtes interview wegen "spionage" zu 20 jahren verurteilt). journalisten sind die feinde. weil die sogenannte "achse des widerstands" verhindern will, dass die welt sieht, dass sie sich nur durch gewalt, terror und repression an der macht halten können. freie wahlen, freie presse, meinungsfreiheit. nichts davon gibt es bei den "widerständlern".
freie journalisten, insbesondere bürgerjournalisten und blogger, sind feinde. sie landen im iran im knast und in syrien im leichenhaus. deshalb ist es wichtig, deren arbeit zu würdigen, indem man deren reportagen liest...
Dienstag, 21. August 2012
hoffentlich ist dieser assange bald weg vom fenster/balkon
da spricht ER vom balkon der equadorianischen botschaft, wie einst phillipp scheidemann, als dieser die republik ausrief. und sie jubelten ihm zu. demokratie und freiheit!
aber das war's dann auch schon mit den gemeinsamkeiten.
freiheit! man möge doch die "hexenjagd" beenden. assange meinte freilich nicht die "hexenjagd" auf oppositionelle journalisten und politiker in equador, einem land, dem nicht nur human rights watch eklatante verstösse gegen die menschenrechte vorwirft, mit tatkräftiger unterstützung übrigens der volksdiktatoren von venezuela und cuba, zwei länder, in denen "whistleblower" keinen prozess bekommen (nicht mal einen kurzen, wie in china).
nein, mit "hexenjagd" meinte assange wikileaks. denn wikileaks hat ein problem in schweden. äh, nein, anders... assange hat ein problem (es ist manchmal schwierig, das auseinanderzuhalten. nicht mal assange selbst schafft das). jedenfalls hat wikileaks ein problem mit den usa und assange eins mit schweden und da assange gleich wikileaks ist, hat nach mathematischer logik also auch wikileaks ein problem in schweden. soweit sogut.
aber es gibt noch ein anderes problem: die nummer zieht nämlich langsam nicht mehr...
denn dass dieser typ ein komplettes rad abhat, das dämmert inzwischen selbst den einstigen hardcorefans von zeit und frankfurter rundschau. aber wer bleibt denn dann noch übrig? naja, eigentlich nur noch die schurken dieser welt, wobei es davon ne menge gibt.
und zu denen scheint herr assange ein wirklich gutes verhältnis zu haben. bei putin (der ein paar punkrock chicks wegsperren lässt, weil die ihre meinung etwas ungeschickt kundtaten - wobei die mehr glück hatten als der echte "whistleblower" litwinenko seinerzeit, der mit einem polonium-tee über den jordan geschickt wurde), bei polonium-putin also, gibt es sogar einen eigenen sendeplatz im staatsfernsehen (dem einzig erlaubten fernsehen in russland).
und dort dürfen dann all die schurkenfreunde auftreten (correa, nasrallah), die alle eines gemein haben: zuhause klappts mit der demokratie und den freiheiten und den menschenrechten nicht ganz so doll (woran natürlich, wie könnte es anders sein, die usa schuld sind).
und deshalb ist wikileaks nicht damit geholfen, wenn "es sich" auf die seite der schurken stellt. assange hingegen ist damit schon geholfen: er glaubt, er muss nicht nach schweden, um sich dort peinliche fragen über sein sexleben stellen zu lassen.
(an dieser stelle sei an den chinesischen dissidenten chen guangcheng erinnert, der vor einiger zeit in die us-botschaft in peking geflüchtet war. der blinde menschenrechtsanwalt ist dem chinesischen regime ein dorn im auge, weil er die missstände des systems bekämpft und sie damit öffentlich macht. dafür werden er und seine familie drangsaliert, festgehalten, überwacht, in guter alter stasimanier "zersetzt". kommt einem doch irgendwie bekannt vor... ich finde es jedenfalls bedenklich, dass real politisch verfolgte - er wer wollte bestreiten, dass der kampf der chinesischen regierung einer hexenjagd gegen blogger, schriftsteller, künstler und menschenrechtler gleich kommt - ...dass real politisch verfolgte wie chen kein asyl bekommen, während die australische blendgranate eine feuerwerk abfackelt, sich bis vor's oberste britsche gericht klagt. und dann trotzdem abhaut. dem einen jubeln sie zu, den anderen kennen die meisten vermutlich gar nicht.)
nur gut, dass dieser schwachsinn bald vorbei ist, denn am ende wird er als mutmasslicher vergewaltiger in schweden seine gerechte strafe bekommen, wenn er denn das gemacht hat, was man ihm vorwirft. und das wird definitiv weniger als 2 jahre lagerhaft in sibirien sein. es wird allerdings sehr peinlich werden - und das dürfte die weitaus schwerwiegendere strafe für einen narzisten wie assange sein. und mir eine persönliche freude :)
Chen Guangcheng: darf sich leider nicht ans botschaftsfenster stellen und anklagende reden schwingen, denn das würden die chinesen kommunisten nicht verzeihen
Montag, 6. August 2012
die gelbe tonne, quell des häuslichen unfriedens
in frankfurt ist es besonders schlimm: meist des frühen morgens wird man bei der doch eher erniedrigenden aufgabe, den hausmüll zu entsorgen, von erna blockwart und ihrem mann aus dem badezimmerfenster spürbar beäugt. auf dass man auch ja die getrennten abfälle in die jeweils dafür vorgesehenen behältnisse geben möge. auf gar keinen fall schummeln (weil beispielsweis das für mülltüte_1 vorgesehe behältnis schon übervoll ist oder man einfach nur faul ist), denn das wird richtig teuer.
zur auswahl stehen
a) gelbe tonne (verpackungen. ausnahmen: papier, holz, glas, metall, pfandpflichtiger kunststoff, biologisch abbaubare verpackungen)
b) brauen tonne (grünabfälle. ausser essens- und tierreste und biologisch abbaubare verpackungen)
c) schwarze tonne (hausmüll. z.b. essensreste und alles andere ausser siehe oben und unten. keine batterien! oder glas. oder elektroschrott)
d) blaue tonne (papier, pappe, aber nur in reiner form, mischformen gehören in den hausmüll. oder in die gelbe tonne, jenachdem)
e) flaschencontainer (glas)
wenn nun im mehrfamilienhaus nur eine familie das system nicht checkt (oder zu faul ist oder anderweitig eine "fehlbefüllung" vornimmtä), wird das ganze haus in sippenhaft genommen. übelster umweltfrevel duldet keine unschuldigen mitbewohner. mitgehangen - mitgefangen.
in der ersten stufe wird noch mündlich, in der zweiten schriftlich moniert: "FEHLBEFÜLLUNG!" prangt es dann in blauen aufklebern von der tadeltonne. ab stufe 3 wird es dann ernst: die tonne wird nicht mehr geleert, kriegt einen weiteren bapperl in blau und stinkt dann erstmal vor sich hin. die bewohner sollten sich spätestens jetzt gedanken über müllvermeidung machen oder ein paar bezahlte überstunden einlegen, denn die verschmähte tonne muss nun kostenpflichtig "sonderentleert" werden. sondermüll halt. kein wunder, dass sich die hausgemeinschaft darüber schnell in die haare kriegt, denn auf die dauer wird sowas schnell teuer.
und so sitzen die blockwarte und bespitzeln einen oder alle beim müllentsorgen. wobei natürlich auch passanten den fein getrennten und sauberen müll "verunreinigen" können, denn die gelben tonnen sind in der regel frei zugänglich. also baut man kleine häuschen für die gelben tonnen. und schliesst sie ab.
und trotzdem gibt es jede woche rund 200 "störungen" im rahmen von "fehlbefüllungen", allein in frankfurt. da offensichtlich die bewohner der stadt zu blöde sind, das system zu verstehen, werden die gelben tonnen liegenschaftsweise wieder abgebaut. denn das nachträgliche trennen kostet mehr, als der "grüne punkt" durch die zwangsabgabe einnimmt. also übernimmt die stadtreinigung diesen müll, weshalb die müllgebühren weiter ansteigen.
ebenfalls preissteigernd wirkt der einsatz der privatwirtschaftliche "müllwehr", die einige stadtviertel hinsichtlich müllvandalismus bewacht (bezahlt von den abgaben der brüger).
geld kosten auch die vielen flyer, die hausverwaltungen drucken, um "aufzuklären" (diese gehören definitiv nicht in die gelbe tonne! sondern? na?).
der nächste schritt (stufe 4) wäre dann, ertappte misstäter in erziehungslager zu schicken, wo sie 2 wochen am fliessband müll sortieren lernen. das wiederum könnte die müllgebühren entlasten.
aber auch die politik, die dieses system umgesetzt (und wohl auch "erfunden") hat, fühlt sich auf den plan gerufen: es wird abhilfe angekündigt in form von (tadaaa!)... der "gelben tonne plus".
unklar ist, ob die "gelbe tonne plus" die "gelbe tonne" ablöst oder ergänzt. "für 5 unterschiedliche tonnen sehe ich keine akzeptanz" rudert denn auch der vorsitzende der müllentsorgung vorsichtshalber zurück.
ich bin jedenfalls froh, dass ich in hamburg lebe, dort gibt es eine tonne für papier und 2 tonnen für den rest...
Dienstag, 1. Mai 2012
"entkriminalisierung nichtkommerzieller vervielfältigung"
Der uralte Traum, alles Wissen und alle Kultur der Menschheit zusammenzutragen, zu speichern und heute und in der Zukunft verfügbar zu machen, ist durch die rasante technische Entwicklung der vergangenen Jahrzehnte in greifbare Nähe gerückt. Wie jede bahnbrechende Neuerung erfasst diese vielfältige Lebensbereiche und führt zu tief greifenden Veränderungen. Es ist unser Ziel, die Chancen dieser Situation zu nutzen und vor möglichen Gefahren zu warnen. Die derzeitigen gesetzlichen Rahmenbedingungen im Bereich des Urheberrechts beschränken jedoch das Potential der aktuellen Entwicklung, da sie auf einem veralteten Verständnis von so genanntem "geistigem Eigentum" basieren, welches der angestrebten Wissens- oder Informationsgesellschaft entgegen steht. Keine Beschränkung der Kopierbarkeit
der uralte traum? wie alt isser denn genau, dieser traum? und von wem kommt er? die katholische kirche hat ihn jedenfalls nie geträumt, höchsten als albtraum. in amerika haben die conquistadores alles wissen und kultur der maya vernichtet, wissenschaftler endeten auf dem scheiterhaufen. so wie es auch heute noch geschieht, überall dort, wo religion nicht auf die privatsphäre reduziert wurde. so alt ist dieser traum also nicht. aber das nur nebenbei. das "so genannte" geistige eigentum hingegen wird nur bei den piraten "so genannt" genannt, es ist schliesslich ein ausführlich definierter rechtsbegriff in fast allen regionen der welt. aber die piraten wischen das einfach weg, widewidewie es ihnen gefällt. das gilt natürlich auch für das "veraltete verständnis", denn was alt ist, das bestimmt die partei. wer ein "veraltetes verstädnis" hat, der hat eigentlich gar keins oder wenigstens doch ein minderwertiges. also gar nicht beachten, denn wir wissen es besser und "die anderern" sind zu doof das zu erkennen. warum erinnert mich das an verschwörungstheoretiker?
Systeme, welche auf einer technischen Ebene die Vervielfältigung von Werken be- oder verhindern ("Kopierschutz", "DRM", usw.), verknappen künstlich deren Verfügbarkeit, um aus einem freien Gut ein wirtschaftliches zu machen. Die Schaffung von künstlichem Mangel aus rein wirtschaftlichen Interessen erscheint uns unmoralisch, daher lehnen wir diese Verfahren ab.
erstens ist ein werk kein "freies gut". wie kommen die darauf? der aus der ökonomie stammende fachbegriff ist hier wohl nicht gemeint. oder hänge ich einem "veraltetem verständnis" von ökonomie an? oder haben die autoren einfach keinen plan und null bildung? jedenfalls ist ein "werk" - ob geistig oder materiell - kein freies gut. basta! interessant ist die verwendung der "künstlichen verknappung". ah, erstes semester, das "klassische wertparadoxon" (wasser & diamanten und so). nur leider ist das hier völlig deplatziert, das ist so unsinnig, dass es mir fast widerstrebt, darauf einzugehen, aber was solls. ein kopierschutz wird NICHT, ich wiederhole: NICHT eingesetzt, um eine "verknappung" des "gutes" hervorzurufen. einen kopierschutz gibt es, damit sich solche nassauergestalten wie die piraten nicht kostenlos daran bereichern. denn spass an einem lied oder freude beim betrachten eines bildes bereichert die menschen. wer das kostenlos, bzw. auf kosten des erschaffers tut, der sollte nicht von "moral" reden. das ist lächerlich! dieser floh von der "künstlichen verknappung", den findet man im internet zuhauf, in allen lebenslagen, von den unterschiedlichsten leuten, die aber alle eines gemein haben: sie sind spinner und verschwörungstheoretiker, die nur im internet publizieren können, weil niemand geld für ihren mist ausgeben würde, womit der büchermarkt wegfällt (und nein, es liegt nicht an der verschwörung des systemmedien, auf wenn das aus sicht dieser autoren durchaus plausibel klingen mag). künstliche verknappung durch kopierschutz, meine güte!
Darüber hinaus behindern sie auf vielfältige Art und Weise die berechtigte Nutzung von Werken, erschaffen eine vollkommen inakzeptable Kontrollierbarkeit und oft auch Überwachbarkeit der Nutzer und gefährden die Nutzung von Werken durch kommende Generationen, denen der Zugang zu den heutigen Abspielsystemen fehlen könnte.
berechtigte nutzung? was wollt ihr mir sagen, piraten? dass ihr ein recht darauf habt, anderer leute eigentum ungefragt und unbezahlt zu nutzen? und das so en passant? ich finde, das sollte besser erklärt werden. hier steht es einfach als tatsache im raum, ohne die geringste rechtfertigung. wie dem auch sei, die angst, spätere generationen könnten epochale werke nicht kennenlernen, weil die böse kunstindustrie werke verknappt und der menschheit vorenthält, ist - gelinde gesagt - abwegig. und dass dann auch noch die technik versagt, naja, so ganz will mir das nicht einleuchten.
Zusätzlich stehen die gesamtwirtschaftlichen Kosten für die Etablierung einer lückenlosen und dauerhaft sicheren Kopierschutzinfrastruktur im Vergleich zu ihrem gesamtwirtschaftlichen Nutzen in einem extremen Missverhältnis. Die indirekten Folgekosten durch erschwerte Interoperabilität bei Abspielsystemen und Software erhöhen diese Kosten weiter.
dieses "extreme missverhältnis" könnte man doch etwas erläutern, oder? denn wenn kopierschutz mehr kosten würde, als die werke einbringen, würde es wohl kein rechteinhaber (allzu lange) machen. ich weiss also nicht, was die damit meinen, vermutlich wissen die es selber nicht, aber als altes milchmädchen lasse ich es mirt gerne mal "gesamtwirtschaftlich" vorrechnen.
Da sich die Kopierbarkeit von digital vorliegenden Werken technisch nicht sinnvoll einschränken lässt und die flächendeckende Durchsetzbarkeit von Verboten im privaten Lebensbereich als gescheitert betrachtet werden muss, sollten die Chancen der allgemeinen Verfügbarkeit von Werken erkannt und genutzt werden. Wir sind der Überzeugung, dass die nichtkommerzielle Vervielfältigung und Nutzung von Werken als natürlich betrachtet werden sollte und die Interessen der meisten Urheber entgegen anders lautender Behauptungen von bestimmten Interessengruppen nicht negativ tangiert. Es konnte in der Vergangenheit kein solcher Zusammenhang schlüssig belegt werden. In der Tat existiert eine Vielzahl von innovativen Geschäftskonzepten, welche die freie Verfügbarkeit bewusst zu ihrem Vorteil nutzen und Urheber unabhängiger von bestehenden Marktstrukturen machen können.
erst gegen den kopierschutz als "bruch der menschenrechte" anflennen und dann behaupten, die vervielfältigung liesse sich eh nicht einschränken. ja was denn jetzt? "allgemeine verfügbarkeit von werken"? schon wieder. diese piraten sollten sich lieber marsianer nennen, denn die leben auf einem anderen planeten. vervielfältigung als "natürlich" betrachten? also mehr als nur ein menschenrecht, ein naturrecht gewissermassen. und diese vervielfältigung fremden eigentums tangiert den urheber also rein überhaupt nicht, denn was "interessensgruppen" (ah, lobbyisten, pöse panker, das raffende kapital usw.) sagen, spielt keine rolle, denn das ist alles unsinn, bzw rein aus profitgier motiviert. wobei die piratenpartei natürlich keine "interessensgruppe" ist, die piraten, das sind "wir", das klingt auch viel besser. wenn ich dem musiker also die kohle unter der matratze wegklaue, tangiert den das natürlich nicht, schon klar. künstler sind (oder sollten sein) eben keine materialisten, sonst wären sie nicht künstler geworden. es konnte also kein zusammenhang schlüsig belegt werden? die betonung liegt auf "schlüssig". selbst wenn es also doch einen zusammenhang gibt, dann ist er eben "nicht schlüssig". dazu muss man sich nur dumm stellen, wenn man es nciht ohnehin schon ist. aber welcher zusammenhang ist eigentlich gemeint? dass die kostenlose vervielfältigung des eigentums anderer diese etwa doch "tangiert". das wär ja'n ding!
(...)
Wir sehen es als unsere Verantwortung, die Schaffung von Werken, insbesondere im Hinblick auf kulturelle Vielfalt, zu fördern. Positive Effekte der von uns geforderten Änderungen sollen im vollen Umfang genutzt werden können. Mögliche, aber nicht zu erwartende negative Nebenwirkungen müssen bei deren Auftreten nach Möglichkeit abgemindert werden.
nur damit ich es verstehe: wenn ein künstler keine kunst mehr machen kann, weil er kein geld damit verdienen kann, weil "kreativfreie" nerds alles kopieren und klauen wollen, und dieser künstler am ende auf dem bau oder im taxi landet, weil er geld verdienen MUSS (hier bitte noch ein bischen systemkritik einsetzen!) dann kratzt man sich am kopf und wundert sich, dass es keine kunstwerke mehr gibt? und wie will man diese völlig unerwartete und höchstUNwahrscheinliche negative auswirkung "abmildern", nein "abmindern" steht da? in dem der staat dann den künstler ernährt, wenn er doch nur endlich wieder kunst produzieren würde (natürlich nicht kritische, denn bezahlt werden nur staatstreue künstler). oder doch zurück zur guten alten zeit, als künstler noch von ihrer kunst leben konnten, weil menschen gerne für den genuss des kunstwerkes bezahlt hatten. dann könnten wir es aber auch gleich so lassen, oder?
Wir erkennen die Persönlichkeitsrechte der Urheber an ihrem Werk in vollem Umfang an. Die heutige Regelung der Verwertungsrechte wird einem fairen Ausgleich zwischen den berechtigten wirtschaftlichen Interessen der Urheber und dem öffentlichen Interesse an Zugang zu Wissen und Kultur jedoch nicht gerecht. Im Allgemeinen wird für die Schaffung eines Werkes in erheblichem Maße auf den öffentlichen Schatz an Schöpfungen zurückgegriffen. Die Rückführung von Werken in den öffentlichen Raum ist daher nicht nur berechtigt, sondern im Sinne der Nachhaltigkeit der menschlichen Schöpfungsfähigkeiten von essentieller Wichtigkeit.
das ist falsch. das ist die typische nerdsicht. alle kunst ist nur die kopie älterer kunst. eine sichtweise, die viel mehr über den vermeintlich denkenden aussagt, als ihm vermutlich lieb ist. es gibt so etwas wie kreativität. dies zu verneinen lässt wenigstens auf neid schliessen, was ja immerhin eine gewisse anerkennung ist. abgesehen davon wird jedes werk, ob nun vom erschaffer kostenlos oder gegen bezahlung, "in den öffentlichen raum 'zurück'geführt". mein gott, soviele anführungszeichen kann ich gar nicht setzen, wie nötig wären). es bleibt dabei: der einzige, der berechtigt ist, sein werk der öffentlichkeit zugute kommenzulassen, ist der erschaffer. sonst hiesse es ja: ich schreibe ein gedicht, finde es schlecht, darf es aber nicht wegschmeissen, sondern MUSS es in die öffentlichkeit bringen. sonst? tja, da wäre jetzt die frage zu klären: wie bestraft man eigentlich künstler, die ihr werk (ob nun aus qualitätsgründen oder blanker boshaftigkeit, egal) der öffentlichkeit vorenthalten? als asoziale sau an den virtuellen pranger mit ihm!
Es sind daher Rahmenbedingungen zu schaffen, welche eine faire Rückführung in den öffentlichen Raum ermöglichen. Dies schließt insbesondere eine drastische Verkürzung der Dauer von Rechtsansprüchen auf urheberrechtliche Werke unter die im TRIPS-Abkommen vorgegebenen Fristen ein.
und wie sollen diese rahmenbedingungen aussehen, das wär doch mal interessant...
