Dienstag, 20. Oktober 2009

der einheitskanzler ist einer verschwörung ausserirdischer auf der spur *exklusiv*

es ist dieser ALIEN, der bereits 1974 in john carpenters "dark star" auftauchte und sergeant pinback ärger machte.



und nun, exakt 35 jahre später, taucht das vieh in einem englischen fussballstadion erneut auf. und schiesst das tor des tages. wahnsinn!

Montag, 19. Oktober 2009

wehrsportgruppe wolfskin

die jack wolfskin gruppe wehrt sich gegen markenpiraterie und macht einen sport draus.

mal ehrlich: wer sich in den 80er jahren mit so einem namen gründet, der sollte erstmal skeptisch betrachtet werden. wolf-skin! wolfskin'81. geründet im jahr, das nach üblicher neonazilogik "hitler adolf" heisst. naja. sicher nur ein zufall oder so.

dass das deutsche - heute einer heuschrecke gehörende - unternehmen nun auf kleinstgewerbetreibende mit einer abmahnwelle wegen verletzung von markenrechten eindrischt, kommt einem unternehmenskommunikativen super-gau gleich.

sicher, markenrechte sind schützendswert. aber kann man bei diesem abgemahnten produkt wirklich von einer markenrechtsverletzung ausgehen?



zum vergleich: das orginal!



für die abgemahnten bastelgruppen und hausfrauenstrickrunden sind die jeweils 1000 euro anwaltskosten bitter.

die kosten für jack wolfskin in sachen imageschaden und partiellem nachfrageboykott dürften um einiges höher sein.

und was lernt man draus? auftraggeber haften für ihre anwälte - und das ist auch gut so!

Freitag, 16. Oktober 2009

am ende zählt, was hinten rauskommt

da kann sich der "menschenrechtsrat" der u.n.o. abstrampeln wie er will, an einer tatsache kommt er nicht vorbei: die hamas schiesst keine raketen mehr auf israel.

sollen die dafür jetzt bestraft werden, oder was?

Mittwoch, 14. Oktober 2009

Mittwoch, 30. September 2009

das entsolidarisierungsgespenst trägt gelb

Immerhin, die schauerliche Angstkampagne des Linksblocks hat nicht verfangen. Ich halte das für die wichtigste Erkenntnis dieser Wahl.

"Schwarz-Gelb verhindern", dargestellt als gleichfarbiges Atomfass, lautete die Parole. "Sozialer Kahlschlag" sei insbesondere von den sinistren Markt-, Neo- und Radikalliberalen zu erwarten (die Bezeichnung "liberal" ohne abschreckendes Präfix gibt es schon lange nicht mehr, oder höchstens mit einer nachfolgenden Brutalisierung eigentlich profaner Begriffe, hier: liberaler Wirtschaftsrigorismus). Auch die Presse schlug in diese Kerbe, und tut es immer noch ("Der Wirtschaftrigorismus der Krisengewinnler").

Das führt sich fort, zum Beispiel in sozialen Netzen, wo man nicht wenig böse Kommentare bekommt, wenn man im Kontrast zum schwarzgelben Atomfass der Biene Merkel und Westerwilli gratuliert. Nein, die Atomlobby-Marionetten und "Verursacher der Krise", die asozialen Neokapitalisten sind der Untergang ein jeder sozialen Errungenschaft, für die unsere Vorväter ihr Blut gelassen haben.

Aber am End hat es dann doch nicht verfangen. Und so bleibt nur ein Gewerkschaftsführer, der die Liberalen am liebsten "sofort unter die Dusche" stellen wollte...

Und was macht Westerwelle? Der verwirrt Freund und Feind und spricht von "Deutschland" und "dem ganzen Volk".

Als er vor die frenetisch jubelnden Anhänger seiner Partei trat, rief er aus: „Jetzt geht die Arbeit erst richtig los, für Deutschland und für unser ganzes Volk!“ Und auch in der Fernseh-Elefantenrunde ließ er mehrmals das „Volk“ in die konventionelle Rede von den „Bürgerinnen und Bürgern“ und „Wählerinnen und Wählern“ hineinfahren wie ein kleines Donnergrollen, das Großes ankündigt.

grandioser gastbeitrag

vince ebert bei achgut.de:

Ein Hoch auf den Kapitalismus

Zwei Bekannte von mir haben beide ihr Studium mit Auszeichnung gemacht. Der eine, nette, war ein philosophisch interessierter Visionär mit einem tiefen Gerechtigkeitssinn. Der andere war schon in der Schule ein oberflächlicher Materialist, der unbedingt Karriere machen wollte. Nach dem Studium schließt sich der Idealist Greenpeace an, kettet sich an einen Mammutbaum, zerstört Genmaisfelder und hält Walfangboote mit dem Schlauchboot auf. Der Yuppie hingegen wird Investmentbanker, verkauft faule Derivate und kassiert 500.000 Euro pro Jahr. Versteuern tut er nur 300.000 – den Rest hinterzieht er.

Die Ironie an der Geschichte ist: Während der intellektuelle Weltverbesserer einen Baum gerettet hat, der drei Monate später gerodet wurde, und außerdem ein paar Bauern und Walfängern gehörig auf den Geist gegangen ist, hat das Arschloch im Designeranzug der Gesellschaft 150.000 Euro Steuern für Schulen, Straßen und Kultureinrichtungen eingebracht. Von den unterschlagenen 200.000 Euro kauft er Autos, Schmuck und teueres Essen, bezahlt seine Putzfrau, seinen Golflehrer und seinen Koksdealer. Der engagierte Gerechtigkeitsfanatiker kostet nur, der entfesselte Turbokapitalist gibt – ohne dass er das will – der Gesellschaft etwas zurück.

Das ist das Raffinierte am Kapitalismus. Man muss kein guter Mensch sein, um sich moralisch gut zu verhalten. Denn Kapitalismus dient nicht einem höheren Zweck. Er ist das einzige Wirtschaftssystem, das keine Ideologie darstellt. Wahrscheinlich ist er deswegen so unbeliebt.

Auch die friedensstiftende Funktion des Kapitalismus wird selten erwähnt. Wer miteinander Handel treibt, wird fast zwangsläufig kriegsmüde. Weil bei jedem Blutbad die Umsätze leiden. Keine zwei Staaten, in deren Hauptstadt eine MacDonalds-Filiale steht, haben jemals Krieg gegeneinander geführt. Wahrscheinlich unterscheiden die Amerikaner genau so zwischen Gegner und Verbündeten. Von wegen „Achse des Bösen“. Die einzig relevante Frage für eine feindliche oder friedliche Mission lautet: Gibt es dort Big Macs?

Jedem profitorientierten Unternehmer ist es egal, welcher Nationalität, Religion oder Rasse die Kunden angehören. Hauptsache, man kommt ins Geschäft. Tatsächlich waren Kaufleute schon immer die ersten, die zwischen unterschiedlichen Völkern vermittelt haben. Kapitalismus macht die Menschen friedlicher. Einzige Ausnahme: Die erbitterten Kämpfe an der Wühltheke beim Sommerschlussverkauf.

Auch die Vorstellung, dass Konzerne die Menschen arm halten, um sie besser ausbeuten zu können, ist falsch. Für Prada, Gucci oder Armani ist es eine wirtschaftliche Katastrophe, dass die Menschen in Bangladesh ihre T-Shirts aus Altkleidersammlungen beziehen müssen und nicht aus klimatisierten Designershops. Vor 100 Jahren hob Henry Ford zähneknirschend das Lohnniveau seiner Arbeiter an, weil er erkennen musste, dass sich nur so die Leute seine Autos leisten konnten.

Auch ich dachte lange Zeit, Kapitalisten sind allesamt rücksichtlose, kaltherzige Menschen. Mit 17 lud mich ein Schulkollege zu seinem Geburtstag ein. Sein Vater war Unternehmer und er wohnte mit seiner Familie in einer ziemlich beeindruckenden Villa. Ich betrat leicht angewidert die Eingangshalle, die so aussah, als ob jetzt gleich J.R. die Treppen herunterkam und Dinge sagte wie: „Sue Ellen trinkt wieder...“
Zu meiner Überraschung betrat ein zurückhaltender, älterer Herr den Raum, der sich im Laufe des Abends als weitaus sozialer, nachdenklicher und verantwortungsbewusster entpuppte, als alle meine Bekannten, die solche Menschen als „Kapitalistenschweine“ beschimpften. Nach diesem Abend beschloss auch ich, ein Kapitalist zu werden.

Dienstag, 29. September 2009

Dieses Buch gehört in die Schulen, nicht ins Feuilleton

ein schöner verriss...

Die Geschichte aber, die Martin Kesici und Markus Grimm erzählen, klingt etwas anders, und für all jene, die sich flüchtig an diese Namen erinnern können, ist das nicht einmal besonders überraschend: 2003 gewann Kesici als weichgespülter Hardrocker die Sat.1-Castingshow „Starsearch“, ein Jahr später wurde Grimm in die Gruppe Nu Pagadi gewählt, die sich Pro Sieben für die vierte Staffel der Sendung „Popstars“ ausgedacht hatte, eine groteske Dark-Rock-Band, die die Felle von Dschingis Khan auftragen musste. Dass ihr Sieg eher das Ende einer kurzen Fernsehkarriere markierte als den Anfang einer erfolgreichen Laufbahn als Musiker, das war schon damals für die meisten Zuschauer erwartbar. Rein musikalisch war es sogar durchaus beruhigend – was es nicht leichter macht, Mitleid zu mobilisieren für das traurige Schicksal, von dem die beiden nun in ihrem Buch „Sex, Drugs & Castingshows“ erzählen.

(...)

Man könnte sich also sehr leicht darüber lustig machen, dass es die beiden Autoren überhaupt für einen Skandal halten, dass die Produzenten und die Plattenfirmen die Versprechen nicht eingehalten haben, welche sie ihnen leichtfertig abgenommen hatten; dass ihre Hoffnung auf Ruhm und Erfolg sich nicht erfüllte oder einfach nur der Wunsch auf eine faire Behandlung. Der Blick auf diese Naivität aber ist eine Offenbarung. Wenn es nicht einmal die Kandidaten, die am tiefsten gefallen sind, weil sie am höchsten standen, bis heute geschafft haben, sich vollständig von ihren Illusionen zu verabschieden; wenn selbst die Gewinner einer solchen Show zu deren Verlierern zählen – dann zeigt das, dass Häme und Ironie auch nicht viel helfen gegen die Nachhaltigkeit der Faszination, die eine mittlerweile zur Jugendkultur gewordene Ausbeutungsindustrie ungebrochen ausübt. So wenig Stoff dieses Buch bietet, dem grundsätzlich skandalösen Genre sein verbrecherisches Wesen konkret nachzuweisen, so sehr muss man es all jenen nahebringen, die noch immer glauben, das Fernsehen könne ihnen einen Traum erfüllen. Dieses Buch gehört in die Schulen, nicht ins Feuilleton.

(...)

Man merkt ja kaum noch, wie ungeheuerlich schon der Gestus ist, mit dem das Buch daherkommt: Der Klappentext bemüht das komplette Vokabular jener Insiderberichte, die man sonst von Sektenaussteigern oder abtrünnigen Geheimdienstlern kennt.

Man muss nicht unnötig die siebziger Jahre heraufbeschwören, aber es hilft, sich nur einmal kurz vorzustellen, wie kurios es gewirkt hätte, wenn damals ein Gewinner von „Am laufenden Band“ „ausgepackt“ hätte oder ein Kandidat von „Was bin ich“.

(...)

Die Mitglieder von Nu Pagadi wehrten sich erfolgreich gegen ein Stück, das sich die Plattenfirma ausgedacht hatte, „eine Mischung aus Abba und Rammstein“ mit dem erbaulichen Titel „Wer ficken will, muss freundlich sein“. Und der modisch beratungsresistente Kesici verschenkte die Bühnenoutfits, die er tragen sollte, lieber an seine Freunde.

Dass das Buch doch ein paar Passagen bereithält, die auch abgebrühtere Medienkritiker noch erregen können, liegt vor allem daran, dass die unappetitliche Zusammenarbeit der Sender mit der Boulevardpresse noch reibungsloser funktioniert, als man es befürchtet hatte: Da weiß auf einmal ein Reporter der „Bild“-Zeitung von der Drogenvergangenheit, die Kesici kurz vorher der Produktionsleitung gebeichtet hatte. Da holt, eines Abends, während der Dreharbeiten zu „Star Search“, eine Limousine Kesici und seinen Halbfinalgegner Thomas Wohlfahrt vor dem Hotel ab, drinnen warten Champagner, ein Kamerateam des Sat.1-Boulevardmagazins „Blitz“ und ein Fotograf der „Bild“-Zeitung. Man habe, erklärt der Fernsehredakteur, einen „Entspannungsabend“ vorbereitet, und weil der Kollege von „Bild“ bis zum Ende mitfeiert, finden die beiden am nächsten Tag ihre Gesichter neben den Hintern diverser Nackttänzerinnen auf der Titelseite wieder, unter der freundlichen Zeile „Hasch-Martin und Sexferkel Thomas unterwegs“. Teilnehmende Beobachtung heißt das in der Ethnologie.
Wurde bei “Bild“ zu “Hasch-Martin“: Martin Kesici

(...)

Grimm ist eindeutig die tragischere Figur. Seine Enttäuschung mündet gelegentlich in existentielle Selbstzweifel: „Manchmal denke ich“, schreibt er, „dass ich ein Avatar bin, eine Spielfigur der Sims, die ungeliebte Puppe aus der Augsburger Puppenkiste, die man an den eigenen Fäden erhängt hat.“ Und er wünscht sich, alles wäre nicht passiert: „Keine TV-Typen, die mich vom Nobody zum No-Nobody machten, keine Kälte und Arroganz von all denen, die es geschafft haben und mich belächeln, keine Zweifel an mir selbst, keine Angst vor dem Morgen, der schon gestern vorbei war.“